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„Am Abend desselben Tages sprach Jesus zu seinen Jüngern: Lasst uns ans andre Ufer fahren. Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm. Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde. Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? Und sie fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind!“ Markus 4, 35-41
Jesus nimmt seine Leute mit hinaus in den Sturm, obwohl er vermutlich bereits weiß, dass ein Sturm aufkommt legt er sich im tiefen Gottvertrauen im Boot schlafen. Er lässt seine Jünger in der Not bangen und als sie ihn wecken gebietet er einfach der Naturmacht Einhalt. „… und es ward eine große Stille.“ Wie lange brauchen wir, bis auch unser Gottvertrauen stark genug ist und den Stürmen des Lebens standhält. Gott trainiert uns, fordert uns im Leben immer wieder heraus, lässt die Dinge einfach zu bis zum Schluss wir einfach nur noch bekennen wie Hiob: „Der Herr hat's gegeben, der Herr hat‘s genommen, gelobt sei der Name des Herrn.“ (Hiob 1,21). Diesen Prozess nennt man Jüngerschaft. Jesu Jünger hatten ganze 3 Jahre und sind am Schluss doch noch alle geflohen, außer Petrus und der verriet ihn kläglich. Wie lange braucht wohl ein Mensch, um ein Jünger zu werden und im Glauben, im Gottvertrauen fest zu stehen? - So die Frage aus dem Petrusoratorium von Siegfried Fietz (https://youtu.be/iMAkku6ySsw?si=vtvs0UZ__7jljIBP) Gott lässt es manchmal still sein, wenn wir unsere Fragen haben. Dann sind wir frustriert. Leute fragen dann: Gott, wo bist du? Warum schweigst Du, warum antwortest du nicht, warum handelst du nicht? Es bleibt still. Ein Pfarrer erzählte, dass einmal ein verzweifelter Mann zu ihm kam, der einen lieben Menschen verloren hatte. Er war wütend auf Gott, den er schon als Kind kennengelernt hatte, später dann aber aus dem Blick verloren hatte. Wo war dieser Gott jetzt, wo er ihn so dringend brauchte? Der Pfarrer sagte nichts dazu. Er schwieg und hörte einfach nur zu. Dann war es ganz still. Und dieses gemeinsame Aushalten der Stille gab dem Mann in seiner Not plötzlich wieder neuen Mut und Hoffnung.(Wienecke). Gott wohnt in der Stille. Ja die Stille lobt sogar Gott (Psalm 65,2EÜ). Es ist unglaublich, was Stille vermag, wenn wir diese Aushalten. In der Mitte eines Wirbelsturms ist es ganz still. In unserer Verzweiflung fliehen wir schnell auch in laute Ablenkung, gehen über zur Tagesordnung, verdrängen Fragen und Ängste. Jesus spricht hinein in unserer aufgewühlten Seelen: Verstumme! … und es ward eine große Stille. - umarmen wir diese, halten sie aus und warten, wie Gott uns dort begegnet. Nach Sturm, Beben und Feuer kam Gott bei Elia ebenfalls in der Stille …. und Elia verhüllte sein Angesicht. Gott zeigte sich und stärkte ihn (1. Könige 19) .
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November 2025
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